Ein praxisorientierter Leitfaden zur Einordnung des NexPro-UPS-Sortiments nach Lastart, Installationsform, Planung der Überbrückungszeit und Projektdokumentation – nicht anhand eines einzigen hervorgehobenen Leistungswerts.
Abschnitt 01
Eine Produktreihe für unterschiedliche Stromversorgungsprobleme
Sicherheits- und ELV-Projekte umfassen sehr unterschiedliche Lasten: einen kleinen Router oder optischen Netzwerkabschluss, ein Rack mit Switches und Rekordern, einen Leitstellenarbeitsplatz oder ein größeres Energiesystem. Eine geeignete UPS-Produktreihe lässt sich daher nicht allein anhand der VA- oder Watt-Nennleistung auswählen. Eingangsstromversorgung, Lastwellenform, DC- oder AC-Ausgang, Einbauraum, Batterieanordnung, angestrebte Überbrückungszeit und Wartungszugang sind ebenfalls relevant.
Mit der Aktualisierung der 30 Series wird das aktuelle Angebot nach diesen Projektkontexten gegliedert. Dieser Artikel dient als Auswahlübersicht und ersetzt keine modellspezifischen Datenblätter. Endgültige Nennwerte, Schnittstellen, Batteriedaten und regionale Optionen sind im Angebotspaket zu bestätigen.

Abschnitt 02
Produktgruppe auf Last und Installationsbedingungen abstimmen
Kompakte DC-Notstromlösungen können kompatible Niederspannungs-Netzwerk- oder Sicherheitsendgeräte versorgen, sofern Spannung, Steckerpolarität, Stromaufnahme und Batterieverhalten geprüft wurden. Rackmount- oder Tower-UPS-Produkte sind für Wechselstromlasten auf Schrank- oder Technikraumebene vorgesehen. Modulare Konfigurationen und Energiespeichersysteme decken einen anderen Planungsmaßstab ab und erfordern eine vollständige elektrotechnische Planungsprüfung.
Fassen Sie unterschiedliche Lasten nicht allein deshalb zusammen, weil die Summe ihrer Typenschildwerte passend erscheint. Motorlasten, Drucker, Heizgeräte, Kompressoren und andere Geräte mit hohem Einschaltstrom können sich anders verhalten als Netzwerkelektronik. Die Liste der zu schützenden Verbraucher sollte eindeutig definiert und mit dem UPS-Lieferanten geprüft werden.
| Projektkontext | Auswahlschwerpunkt | Erforderliche Bestätigung |
|---|---|---|
| Kleine DC-Last für Netzwerk-/Sicherheitstechnik | Ausgangsspannung, Anschlüsse, Stromstärke, lokale Überbrückungszeit | Gerätekompatibilität und Batterieverhalten |
| Rackschrank für CCTV und Netzwerk | Wirkleistung, Rack-Kompatibilität, Steckdosen, Verwaltung, Überbrückungszeit | Lastplan, Tiefe, Belüftung und Batterieoption |
| Klimatisierungstechnik für den Kontrollraum | Topologie, Lastkompatibilität, Wartungsbypass-Konzept | Ein-/Ausgänge, Schutzkoordination und Betriebsabläufe |
| Größeres Modular- oder Energieprojekt | Systemarchitektur, Batteriekapazität, Erweiterung und Sicherheit | Standortspezifische Elektroplanung und freigegebene Dokumentation |

Abschnitt 03
Nennleistung und Überbrückungszeit sind getrennt zu dimensionieren
Berechnen Sie zunächst die tatsächliche Betriebslast in Watt und prüfen Sie gegebenenfalls den Leistungsfaktor oder die Scheinleistungsgrenzen. Planen Sie anschließend eine technische Reserve ein, die realistische Erweiterungen und Betriebsbedingungen berücksichtigt. Erst wenn bestätigt ist, dass die UPS die Last versorgen kann, sollte das Team eine Batteriekonfiguration für die erforderliche Überbrückungszeit auswählen.
Die Überbrückungszeit hängt von der tatsächlichen Last, Batteriekapazität, dem Batteriezustand, der Temperatur, dem Umwandlungswirkungsgrad und der Produktkonstruktion ab. Sie darf nicht pauschal aus der Nennleistung einer UPS abgeleitet werden. Verwenden Sie die Herstellerangaben zur Überbrückungszeit für die gewählte Konfiguration oder fordern Sie eine dokumentierte Berechnung an. Validieren Sie kritische Installationen anschließend im Rahmen der Abnahmeprüfung.
- Alle geschützten Geräte mit ihrer normalen und maximal plausiblen Leistungsaufnahme auflisten
- Kritische Verbraucher von Geräten trennen, die bei einem Stromausfall abgeschaltet werden können
- Erforderliche Maßnahme während der Notstromversorgung definieren: Betrieb fortsetzen, bis zum Generatorstart überbrücken oder sicher herunterfahren
- Batterietyp, Anzahl, Gehäuse und Zugang für den Austausch dokumentieren
- Bei Bedarf die Integration von Alarmierung, Überwachung und Abschaltung bestätigen

Abschnitt 04
UPS-Checkliste für einen CCTV- oder Netzwerkschrank
Bei einem CCTV-Schrank sind NVR, PoE-Switches, Router, Glasfasergeräte, Steuerschnittstellen und alle lokalen Anzeigen einzubeziehen, die aktiv bleiben müssen. Prüfen Sie, ob die Feldkameras über den geschützten Switch versorgt werden. Wenn ja, ist ihr Leistungsbedarf bereits in der Eingangsleistung des PoE-Switches enthalten und darf nicht zusätzlich als separate AC-Last gezählt werden.
Prüfen Sie Rackplatz, Tiefe, Gewicht, Wärmeentwicklung, Kabelzugang, Steckdosentyp, Erdung und Wartungszugang für den Batteriewechsel. Legen Sie fest, wie Bediener bei niedrigem Batteriestand vorgehen und wie der Rekorder herunterfährt, wenn die Überbrückungszeit ausgeschöpft ist. Ein UPS-System ist nur dann sinnvoll, wenn der Betriebsablauf ebenso klar definiert ist wie die Hardwareliste.

Technische Referenzen
Diese Quellen stützen die allgemeinen Planungsgrundsätze. Verwenden Sie für die endgültige Auslegung stets das aktuelle Datenblatt des ausgewählten Produkts und die geltenden Projektnormen.




